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News

 

Schwarze Schafe

November 2020

von David Perr

seit 2007 mobiler Physiotherapeut in Wien

Gründer der Therapiegemeinschaft MobilePhysiotherapie.wien

 

 

 

Auf der Suche nach dem ‚richtigen‘ Physiotherapeuten….

 

Welcher Physiotherapeut für welchen Patienten der richtige ist, lässt sich natürlich nicht so einfach sagen. Eine gute Ausbildung, Fortbildungen, Spezialisierung(en), Einfühlungsvermögen und vieles mehr sind Grundvoraussetzungen, die ein Physiotherapeut erfüllen muss. Jedoch - lassen Sie uns einen Schritt zurücktreten.

 

Denn, zu allererst sollte sichergestellt sein, dass der gefundene Physiotherapeut, der zu Ihnen nach Hause kommt, oder der Sie in einer Praxis behandelt, auch tatsächlich die nötige Ausbildung absolviert hat und dazu berechtigt ist, in Österreich als Physiotherapeut zu arbeiten!

 

Und dies festzustellen ist nicht schwer.

Jeder in Österreich rechtmäßig arbeitende Physiotherapeut ist im Gesundheitsberuferegister (GBR) registriert.

Diese Registrierung ist verpflichtend und es gibt keine Ausnahmeregelungen.

 

Auf diese öffentlich zugänglichen Angaben können sich nicht nur die Sozialversicherungsträger, zuweisende Ärzte und Berufskollegen, sondern auch, und vor allem, Sie als Patient oder Angehöriger verlassen.

 

https://gbr-public.ehealth.gv.at/

 

Falls Sie von einem ‚Physiotherapeuten‘ oder einer ‚Physiotherapeutin‘ behandelt werden, der oder die nicht im GBR aufscheint, möchten wir Sie bitten, dies umgehend zu melden! Zum Beispiel beim Berufsverband der Physiotherapeuten (office@physioaustria.at) oder direkt beim GBR (gbr@goeg.at).

 

Mit besten Grüßen,

David Perr

 

 

 

Symptom Kopfschmerz

Oktober 2020

von Katrin Weidinger, BSc.,

Physiotherapeutin

seit 2020 bei der Therapiegemeinschaft MobilePhysiotherapie.wien

 

 

Im Zuge meiner Ausbildung zur Physiotherapeutin habe ich mich für meine  Bachelorarbeit intensiv mit dem Thema Kopfschmerz auseinandergesetzt. Es ist ein sehr vielfältiges, komplexes und vor allem spannendes Thema.

Kopfschmerz kann einerseits primär mit dem Bewegungsapparat zusammenhängen und durch Strukturen der Halswirbelsäule oder des Kiefergelenkes ausgelöst werden. Andererseits können aber auch teils chronische Kopfschmerzformen wie die Migräne oder der Spannungskopfschmerz dahinter stecken. Für PhysiotherapeutInnen ist es wichtig, unterscheiden zu können, ob der Bewegungsapparat oder eine andere Kopfschmerzform der Grund für das Symptom Kopfschmerz ist, um die PatientInnen optimal behandeln zu können.

 

Unterscheidung der Kopfschmerzen:

Migräne und Spannungskopfschmerz treten oft das erste Mal im Jugendlichen oder jungen Erwachsenenalter auf und begleiten die PatientInnen in Schüben häufig bis ins hohe Alter.

 

Migräne kann 4-72 Stunden anhalten, ist einseitig lokalisiert und hat einen pulsierenden Charakter. Außerdem leiden die Patienten an Übelkeit und/oder Erbrechen sowie Licht- und Lärmempfindlichkeit. Alltagsaktivitäten (z.B.: Stiegen steigen) verstärkt den Schmerz.

Des Weiteren kann vor der eigentlichen Migräne auch eine Aura auftreten, sie ist ein „Vorbote“ der Migräne und ist vorwiegend visuell (Lichtblitze, Lichtbögen, etc.).

 

Spannungskopfschmerz hingegen hat eine Dauer von 30 Minuten bis 7 Tagen, ist beidseitig lokalisiert und hat einen drückend beengenden Charakter. Licht oder Lärmempfindlichkeit kann auftreten. Alltagsaktivitäten verstärken den Schmerz jedoch nicht.

 

Bandscheiben, knöcherne Strukturen und Weichteile der HWS können auch Kopfschmerzen auslösen. Auffällig ist dann oft eine Bewegungseinschränkung der HWS (v.a. in der Rotation). Der Kopfschmerz kann durch Bewegungen des Nackens reproduziert werden und ist meist im Stirn- und Schläfenbereich lokalisiert.

 

Kopfschmerzen durch Kiefergelenksprobleme entstehen oft durch Unfälle, Zahnfehlstellungen, Weisheitszahnentfernungen und Knirschen der Zähne. Der Kopfschmerz ist drückend und hält meist 4 Stunden an und kann durch Provokationstests des Kiefergelenks reproduziert werden. Außerdem knirscht der Kiefer häufig, bleibt stecken oder blockiert.

 

Erstmalig rezidivierende Kopfschmerzen die im höheren Lebensalter (> 40 Jahre) zum ersten Mal auftreten, sowie erstmalige Kopfschmerzen nach dem 60. Lebensjahr sind unüblich und somit Warnzeichen. Sie sollten unbedingt ärztlich abgeklärt werden.

 

 

 

Teamausflug 2020

September 2020

Unseren diesjährigen Teamausflug verbrachten wir, wohl auch um dem heißen Sommer in Wien, den Hundstagen, für ein paar Tage zu entfliehen, auf der schönen Ostseeinsel Rügen.

 

Auf dieser kleinen, der Küste Vorpommerns vorgelagerten Insel, besichtigten wir neben dem bekannten Kap Arkona und dem entzückenden Fischerdörfchen Vitt, auch den ‚Koloss von Prora‘, ein riesiges Überbleibsel der NS-Ferienarchitektur, das später in der DDR als Kaserne genutzt wurde und heute zum Teil verfällt und zum Teil wieder touristisch genutzt wird.

 

Der Sport durfte in dieser Woche natürlich auch nicht zu kurz kommen. Unterstützt von unserem mässig motivierten Rügener Windsurflehrer Joey und Dank der beständigen frischen Ostseebrise machten wir mit unseren Surfbrettern den Wieker Bodden (so werden hier die Meeresbuchten und Lagunen genannt) unsicher!

           

 

Wandertag 2019

 

 

 

Hundstage!

August 2020

 

Das gesamte Team der Therapiegemeinschaft Mobile-Physiotherapie.wien wünscht einen erträglichen, nicht allzu heissen Sommer 2020!

 

 

 

 

Manuelle Therapie nach Mulligan

Juli 2020

von Matthias Zabel, BSc.,

Physiotherapeut

seit 2018 bei der Therapiegemeinschaft MobilePhysiotherapie.wien

 

 

"Mobilisation with Movement"

 

Manuelle Therapie, also die therapeutische Arbeit am passiven Patienten gerät immer wieder ins Kreuzfeuer der kritischen Betrachtung. Die moderne Physiotherapie zielt darauf ab, den Patienten in seinen Aktivitäten, seinem Alltag und seiner Interaktion mit der Umwelt möglichst schnell und langanhaltend in einen Status der Autonomie zu bringen – und keinesfalls eine (vermeidbare) „Abhängigkeit“ von der Therapiesituation zu erzeugen.

 

In diese Kerbe schlagen eine Vielzahl an aktuellen Studien, die zwar größtenteils einen messbaren Nutzen diverser manueller Therapiemöglichkeiten in den Bereichen Schmerzfreiheit, Bewegungsausmaß und Return to Activity/Sport aufzeigen; dieser ist jedoch oft nicht langanhaltend, die rein manuelle Behandlung muss meist regelmäßig wiederholt werden.

 

Dies impliziert jedoch keineswegs eine Schmälerung des Nutzens der Manualtherapie – es zeigt jedoch die Relevanz der Kombination mit aktiven Übungen, frei nach dem Motto „Bewegung ermöglichen, dann Bewegung erlernen“ – also z.B.: eventuelle Einschränkungen des Bewegungsausmaßes manuell zu verbessern, und diesen Fortschritt dann durch ein maßgeschneidertes Übungsprogramm langfristig zu erhalten.

 

Es gibt einige Konzepte bzw. Vorgehensweisen der manuellen Therapie – als sehr sinnvolle sei hier die Manuelle Therapie nach Mulligan kurz beschrieben.

Benannt nach dem neuseeländischen Physiotherapeuten Brian Mulligan beruht diese Herangehensweise darauf mittels manualtherapeutischer Griffe eine physiologische(re) bzw. verbesserte Ausgangsstellung des Gelenkes herzustellen, mittels dieser der Patient dann noch während der manuellen Behandlung  die schmerzhafte bzw. eingeschränkte Bewegung durchführt („Mobilisation with Movement“). Das Behandlungsergebnis sollte mit der „P.I.LL-Regel“ vereinbar sein (Pain free/schmerzfrei, Immediate effect /sofortige Besserung, Long Lasting – langanhaltender Effekt).

Ebenso bietet das Mulligan – Konzept leicht durchführbare Selbstmobilisationsübungen für die PatientInnen, die, kombiniert mit „klassischer“ Trainingstherapie, bei regelmäßiger Durchführung einen langanhaltenden Therapieerfolg ermöglichen können.

 

 

 

Ist körperliches Training auch im hohen Alter wichtig?

Juni 2020

von Susanna Furmanek, BSc.,

Physiotherapeutin

seit 2019 bei der Therapiegemeinschaft

MobilePhysiotherapie.wien

 

 

Da die Muskulatur etwa 40% bis 50% der Körpermaße einnimmt, ist sie das größte Stoffwechselorgan des menschlichen Organismus. Somit ist eine gut ausgebildete Skelettmuskulatur nicht nur für Sportaktivitäten relevant, sondern ebenso für die allgemeine Gesundheit. Dies gilt nicht nur für jüngere, sondern natürlich auch für ältere Personen.

 

Einfluss von Training auf die Muskulatur:

Damit Muskelmasse erhalten bzw. aufgebaut werden kann, braucht der Muskel Beanspruchung. Nur mit dieser kann es zu einer Kraftzunahme und zu einer Hypertrophie (Organmasse der Muskulatur vergrößert sich) der Muskulatur kommen. Um einen Trainingseffekt zu erreichen, muss eine bestimmte Reizschwelle überschritten werden. Diese Schwelle ist individuell unterschiedlich und hängt unter anderem vom aktuellen Trainingszustand der jeweiligen Person ab. Liegt der gesetzte Trainingsreiz unter der individuellen Reizschwelle kommt es nicht zu einer Muskelhypertrophie, und die  Organmasse des Muskels vergrößert sich nicht.

 

Somit ist regelmäßiges Krafttraining in jedem Alter relevant und äußerst empfehlenswert!

 

 

 

Mobile Physiotherapie in Wien - wieder möglich ab Mitte Mai 2020!

Mai 2020

von David Perr

seit 2007 mobiler Physiotherapeut in Wien

Gründer der Therapiegemeinschaft MobilePhysiotherapie.wien

 

 

 

Nach einer 2-monatigen, prophylaktischen Therapiepause aufgrund der Ausbreitung des Corona-Virus, stehen wir Ihnen ab Mitte Mai wieder gerne zur Verfügung!

 

Als verantwortungsvolle Physiotherapeuten ist es für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir uns bei unseren Therapieeinheiten nach den aktuellen Handlungsempfehlungen des Gesundheitsministeriums für unsere Berufsgruppe richten.

 

Ein kleines, aber derzeit nicht unwesentliches Detail am Rande: Wir kommen niemals mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Unsere Anreise zu Ihnen erfolgt immer mit dem Auto.

 

Obwohl wir die letzten Wochen zu Hause bestmöglich genutzt haben, freuen wir uns bereits darauf, unsere Arbeit Mitte Mai wieder aufzunehmen!

 

 

 

 

Mobiler Physiotherapeut David Fellner – meine Zeit während der Corona-Krise

April 2020

von David Fellner, BSc.,

Physiotherapeut

seit 2018 bei der Therapiegemeinschaft

MobilePhysiotherapie.wien

 

Seit 13. März arbeite ich nicht mehr direkt am Patienten. Die mobile Physiotherapie, also die therapeutische Arbeit direkt am Wohnort der Patienten, habe ich - vorübergehend - komplett eingestellt.

Als verantwortungsvolle PhysiotherapeutInnen haben ich und meine TeamkollegInnen beschlossen, die Arbeit an unseren PatientInnen ruhend zu stellen, bis sich die derzeitige Lage verbessert hat, beziehungsweise bis es eine geeignete Möglichkeit für uns TherapeutInnen gibt, unsere Dienstleistungen wieder sicher und mit Qualität anbieten zu können.

 

Eine schwierige Situation stellt die derzeitige Lage auch für alle Patienten dar. Alle haben sich in unserer Zusammenarbeit Ziele gesteckt und arbeiten fleißig und konsequent an deren Erreichung. Es geht darum, Funktionen zu erhalten bzw. zu verbessern, um den Alltag zu bewältigen, der ohne individuelles Training und Unterstützung nicht mehr oder gerade noch nicht zu bewältigen ist. An alle PatientInnen: Seid beruhigt, sobald es unter Abwägung von Risiko und Nutzen wieder Sinn macht, sind wir wieder für euch da!

 

Meine Zeit zu Hause:

Telefonischer Patientenkontakt. Mitte März war es vor allem wichtig, all meine PatientInnen telefonisch zu informieren, aufzuklären, zu beraten, sowie an das zumeist ausgegebene Hausübungsprogramm, zu erinnern.

Büroarbeit will erledigt werden, und dafür ist jetzt mehr als ausreichend Zeit. Um in einem geregelten Alltag zu bleiben, ist es mir wichtig, diesen zu strukturieren und das Beste aus dieser Zeit heraus zu holen.

Weiters habe ich die Zeit bisher genutzt und drei Online-Fortbildungen beim OS-Institut, aus dem Bereich Orthopädie und Sport, zu den Themen „Return to Activity Algorithmus im Leistungsfussball“, „Return to Activity für Rückenpatienten“ sowie „Algorithmen nutzen bei der Rehabilitation von Multiligamentverletzungen im Kniegelenk“ gemacht. Es waren viele neue und gut in die Therapie integrierbare Erkenntnisse für mich dabei. Darüber hinaus war es interessant zu sehen, wie über andere Medien kommuniziert werden kann – Stichwort Telemedizin/Telerehabilitation.

 

Darüber hinaus nutze ich meine Zeit für Sport und beschäftige mich damit, welche Übungen und Möglichkeiten es in den eigenen vier Wänden gibt, um seinem Körper etwas Gutes zu tun und ob der aktuellen Situation aktiv und gestärkt zu bleiben.

Das Wichtigste zum Schluss: Die meiste Zeit des Tages verbringe ich mit meiner wundervollen Familie. Ich freue mich jeden Tag, meine Tochter in ihrer Entwicklung zu begleiten. Durch die äußeren Umstände habe ich nun die Möglichkeit, sehr viel Zeit mit ihr zu verbringen und schätze mich sehr glücklich und bin dankbar dafür. Unter „normalen“ Umständen wäre dies nicht in dieser Form möglich!

Wie man sieht kann man auch in der jetzigen Zeit viel Gutes für sich tun, aktiv bleiben und hat die Möglichkeit seine Zeit anderweitig zu nutzen!

Ich wünsche allen alles Gute und freue mich darauf, meine Arbeit hoffentlich bald wieder aufnehmen zu können!

 

Liebe Grüße,

David Fellner

 

 

 

 

Das Bobath-Konzept in der Neurophysiotherapie – Teil 2

März 2020

von Daniela Kurdik, BSc.,

Physiotherapeutin

seit 2017 bei der Therapiegemeinschaft

MobilePhysiotherapie.wien

 

 

Die Problematik der Subluxation der Schulter in der Neurologie

Im Zuge meiner Ausbildung zur Bobath-Therapeutin, welche ich erfolgreich abgeschlossen habe, beschäftigten wir uns unter anderem mit einer Problemstellung, die mir in meinem beruflichen Alltag häufig begegnet: Viele Patienten leiden nach einem Schlaganfall an Schmerzen im Schultergürtel aufgrund einer Subluxation der paretischen Schulter.

 

Warum ist dieses Thema von Bedeutung?

Eine schmerzhafte Schulter kann die Lebensqualität sowie den Therapieerfolg nach einem Schlaganfall maßgeblich beeinflussen. Sie führt nicht nur zu mangelnder Konzentration und Aufmerksamkeit, sondern bedeutet für den Patienten eine Einschränkung in allen Alltagsaktivitäten. Eine Schulterproblematik hat meist auch Auswirkungen auf andere Körperregionen und nimmt dadurch unter anderem Einfluss auf Gehfähigkeit und Balance.

Es gibt Faktoren, die die Entwicklung einer Schmerzproblematik in der Schulter nach einem Schlaganfall begünstigen, hierbei unterscheidet man grundsätzlich zwischen biomechanischen oder neuromuskulären Dispositionen. Eine biomechanische Disposition ergibt sich beispielsweise aus Bewegungseinschränkungen oder Instabilität in einem oder mehreren Gelenken des Schultergürtels. Betrachtet man die neuromuskuläre Komponente, unterscheidet man zwei Formen:

 

Der schwer paretische subluxierte Schultergürtel

Dieser besteht, wenn einer oder mehrere der folgenden Faktoren auftreten:

  • eine schwere Parese der stabilisierenden Muskeln des Schultergelenks
  • beginnende bis mäßig ausgeprägte assoziierten Reaktionen im paretischen Arm
  • instabiler Brustkorb und Beckengürtel
  • vermehrte Flexionsaktivität im Rumpf

Der hochgradig spastische Schultergürtel

Besteht beim Auftreten einer der folgenden Faktoren oder einer Kombination dieser:

  • hochgradige Spastizität der Flexoren des Schultergürtels
  • mäßig bis stark ausgeprägte assoziierte Reaktionen im betroffenen Arm
  • vermehrte Flexionsaktivität oder Massenextension im Rumpf
  • Übermäßige Kompensationsstrategien

Das alleinige Vorhandensein dieser Faktoren bedingt jedoch noch nicht zwingend die Entstehung einer Schmerzproblematik in der paretischen Schulter. Die tatsächlichen Ursachen liegen primär in mangelhaftem Fremdmanagement (Therapeuten, Pflegekräfte, Angehörige, andere Personen im Umfeld des Patienten) durch fehlende Aufklärung, unsachgemäßes Handling im Alltag, z.B. bei Transfers, falscher Lagerung und Eigenaktivitäten. Falsche Therapieansätze können ebenfalls zur Entwicklung einer schmerzhaften Schulter beitragen. Auch Unaufmerksamkeit im Selbstmanagement, wenn Patienten unter einer mangelnden Impulskontrolle leiden oder durch einen bestehenden Neglekt ihre paretische Körperseite vernachlässigen, begünstigen die Entstehung einer schmerzhaften Schulter.

 

Mit welchen Maßnahmen kann dem nun gezielt vorgebeugt werden?

An erster Stelle steht die Aufklärung des Patienten sowie dessen Angehöriger und die Aufklärung im interdisziplinären Team. Die primäre Aufgabe der Physiotherapie ist es, dem Patienten eine sinnvolle Eigenaktiviät in Form von Übungen zu vermitteln, auch eine angepasste Lagerung sollte angeboten und mit den Angehörigen und dem Pflegepersonal besprochen werden. Weiters ist das richtige Handling bei den Transfers von großer Bedeutung. Die Behandlung erfolgt in jedem Fall patientenbezogen und richtet sich nach den Ergebnissen einer umfassenden vorangegangenen Befunderhebung.

 

 

 

Weihnachtsfeier 2019

Februar 2020

Um der ruhigsten Zeit des Jahres, der Vorweihnachtszeit, nicht ihr Adjektiv ‚ruhig‘ zu nehmen, haben wir kurzerhand unsere sehr aktive Weihnachtsfeier erst im Jänner dieses Jahres veranstaltet.

 

Bei 3 Stunden intensiven Salsa LA-Style Workshops und anschließendem freien Tanz haben wir nicht nur viel gelacht, eine Menge gelernt und vor allem viel Spaß gehabt, sondern konnten zudem, dieses Mal auch unsere eigenen, Gleichgewichts- und Koordinationsfähigkeiten bestens unter Beweis stellen ‚gg‘.

 

Wir bedanken uns ganz herzlich bei den Tanzprofis der Tanzschule Mi Manera für die perfekte Organisation und Durchführung dieses absolut gelungenen Events!!

 

 

 

Sturzprävention und Gleichgewicht

Jänner 2020

von Matthias Zabel, BSc.,

Physiotherapeut

seit 2018 bei der Therapiegemeinschaft MobilePhysiotherapie.wien

 

 

Stürze im häuslichen Umfeld sind – nicht ausschließlich, aber vor allem – bei Menschen gesetzteren Alters eine große Gefahr. Dies zeigt schon die Statistik, so stürzen etwa ein Drittel aller zu Hause wohnenden und fast die Hälfte der in Altersinstitutionen Lebenden mindestens einmal im Jahr.

Dies resultierte in 13 000 Stürzen die ärztliche Behandlung erforderlich machten, hiervon 3200 Hüftfrakturen und 350 Todesfälle durch ebendiese Hüftfrakturen (Zahlen aus der Schweiz, 2007).

Ebenso vielfältig wie die potenziellen Verletzungen stellen sich die Ursachen dar : Unfälle, Gangstörungen, Schwindel, „Einsacken“ der Beine, Medikamente, Muskelschwäche, vermindertes Sehvermögen,... jedoch meist multifaktoriell bedingt, als Folge von Umweltfaktoren ( Stolperquellen, ungenügende Beleuchtung bzw. ungeeignete Hilfsmittel) und einem nicht mehr zu optimalen Reaktionen befähigten Organismus.

 

Auch wenn (je nach Statistik) zwischen 50 – 60% der Stürze „glimpflich“, also ohne Verletzungen ausgehen, zeigt sich hier die immense Relevanz eines gezielten physiotherapeutischen Trainings. Nicht nur die Fähigkeit ohne fremde Hilfe wieder Aufstehen zu können, sondern vor allem die Sturzprophylaxe stellt einen neuralgischen Eckpfeiler der Physiotherapie bei betagteren Menschen dar um das Risiko eines Sturzgeschehens möglichst zu minimieren.

Denn nicht nur das Verletzungsrisiko, sondern auch der Sturz per se stellt eine große Gefahr dar – so wird dies von älteren Menschen vielfach als massiv einschneidendes Erlebnis beschrieben, das einen Rückzug aus dem aktiven Leben aufgrund des (ebenfalls gestürzten) Selbstgefühls bedeuten kann – das „Vertrauen“ in die eigene Autonomie und Mobilität wird gefährdet bzw. gemindert.

 

Nach einer umfassenden Anamnese und Untersuchung bzw der Einschätzung des Sturzrisikos sowie der hierzu beitragenden Faktoren liegt der Fokus der Therapie neben der allgemeinen Verbesserung etwaiger Einschränkungen der Beweglichkeit/Kraft/Ausdauer  in spezifischem Gleichgewichtstraining.

Gleichgewicht ist die Fähigkeit den Körperschwerpunkt über einer Unterstützungsfläche in einer gegebenen sensorischen Umgebung zu kontrollieren (Nashner, 1990) -  diese Fähigkeit wird von verschiedenen Komponenten determiniert -  Funktionsfähigkeit der Augen, der Gleichgewichtsorgane, der Bewegungskoordination, die neuronale Verarbeitung dieser, Vorhandensein von Schutzschritten und -reflexen und selbstverständlich auch die Kapazitäten des Bewegungsapparates selbst.

 

Physiotherapie kann helfen herauszufinden ob ein erhöhtes Sturzrisiko vorliegt, welcher der vielen möglichen Faktoren hierfür verantwortlich ist, und wie diese positiv beeinflusst oder deutlich vermindert werden können.

 

 

 

Das Bobath Konzept in der Neurophysiotherapie – Teil 1

Dezember 2019

von Daniela Kurdik, BSc.,

Physiotherapeutin

seit 2017 bei der Therapiegemeinschaft

MobilePhysiotherapie.wien

 

Bereits während meines Studiums der Physiotherapie an der FH Campus Wien galt mein großes Interesse dem äußerst umfangreichen und komplexen Fachbereich der Neurologie.

Um qualitativ hochwertige neurophysiotherapeutische Behandlungen anbieten zu können, besuchte ich in den letzten Jahren regelmäßig Fortbildungen im Bereich der Neurologie und konnte zahlreiche Zusatzqualifikationen, unter anderem in Bezug auf die Therapie bei Insult, Morbus Parkinson und Multipler Sklerose, sowie auch bezüglich der Gestaltung einer spezifischen medizinischen Trainingstherapie in der Neurologie, erwerben.

 

Derzeit befinde ich mich mitten in der Ausbildung zur Bobath-Therapeutin. Das ‚Bobath-Konzept’ ist ein etabliertes und sehr umfangreiches, neurophysiologisches Behandlungskonzept, welches ich im Folgenden kurz vorstellen möchte: 

Das Bobath Konzept ist ein Rehabilitationskonzept, welches für die Behandlung von PatientInnen mit neurologischen Erkrankungen, genauer gesagt jenen mit zentralen Lähmungen, häufig eingesetzt wird. Vor allem bei PatientInnen nach einem Schlaganfall findet es häufig Anwendung.

Benannt wurde es nach seinen Entwicklern, dem Ehepaar Berta und Karel Bobath. Die Physiotherapeutin und der Neurologe gründeten das Konzept auf der Annahme, dass das Gehirn über eine sogenannte „Plastizität oder „Umorganisationsfähigkeit“ verfügt, die es gesunden Hirnarealen erlaubt, Aufgaben von geschädigten Regionen zu übernehmen oder neu zu erlernen. So können durch die richtige Stimulation und Förderung der PatientInnen verlorengegangene Funktionen wiedererlangt werden. Des Weiteren geht es darum, das Phänomen der Spastik positiv zu beeinflussen, bzw. dem Entstehen einer schmerzhaften Spastik entgegenzuwirken.

 

Das Konzept wurde bereits in den 1940er Jahren entwickelt und folgte anfangs oft starren Therapieprinzipien, was in den letzten Jahren häufig zu Kritik führte. Heutzutage wird in der Ausbildung großer Wert darauf gelegt, einen Bezug zum physiotherapeutischen Prozess zu vermitteln. Das heißt für die methodische Vorgehensweise, dass die Behandlung hypothesengeleitet und auf der Grundlage einer umfassenden Befunderhebung durchgeführt wird. Es werden in Bezug darauf Therapieziele formuliert und Methoden ausgewählt, die sich an den Ressourcen der PatientInnen orientieren und gut in den Alltag integriert werden können.

 

Die Grundausbildung zum Bobath-Therapeuten umfasst unter anderem die Vermittlung

  • von neurophysiologischem Grundlagenwissen
  • der Kompetenz zur neuromuskulären Analyse von Haltung und Bewegung
  • der Kompetenz zur Formulierung von Arbeitshypothesen und Therapiezielen und deren Vereinbarung mit den PatientInnen
  • der richtigen Positionierung und Lagerung
  • von Mobilisationstechniken
  • der Erarbeitung von Bewegungsübergängen durch Fazilitation

 

(Fortsetzung folgt...)

 

 

 

OS Coach/ Prehab-Rehab-Athletic

November 2019

von David Fellner, BSc.,

Physiotherapeut

seit 2018 bei der Therapiegemeinschaft

MobilePhysiotherapie.wien

 

Das Wissen, das ich mir in meiner Ausbildung zum OS Coach aneignen konnte, ist mir immer wieder eine große Hilfe bei der Planung und Durchführung von sinnvollen und effizienten Therapieeinheiten.

Als ausgebildeter OS Coach möchte ich Ihnen einen kurzen Einblick in diese äußerst interessante Fortbildung bieten.

 

 

OS INSTITUT-Bewegung für Orthopädie und Sportmedizin

Ausbildung zum OS COACH im Zuge des Kompaktseminars - Prehab, Rehab und Athletic.

Evidenzbasierte Therapieansätze sowie innovative, individuelle Behandlungs- und Trainingsmethoden sind die Fundamente des OS INSTITUTS.

Das Dozententeam um Oliver Schmidtlein und Matthias Keller vermittelt in ihrem Seminarsystem Wissen aus den Bereichen Functional Training, Rehabilitation und Athletiktraining. Entwickelt wurde ein Therapieansatz, der sich aus der Synergie unterschiedlicher funktioneller Trainingskonzepte zusammensetzt und dies in die Rehabilitation einfließen lässt. Daraus resultierend ergeben sich Möglichkeiten Präventionsprogramme, Reha-Pläne, Gesundheitstrainings sowie Performance-Einheiten zu gestalten.

Als ausgebildeter OS COACH ist man in der Lage auf der Basis von strukturierten, individuellen und messbaren diagnostischen Methoden zielgerichtete und funktionelle Interventionen in Therapie und Training durchzuführen. Dabei werden Screenings, Tests sowie Assessments eingesetzt, um qualitative und quantitative Parameter heranziehen zu können und dadurch den Rehabilitations- bzw. Trainingsprozess optimal steuern zu können. Ziel ist dabei einerseits potenzielle Dysbalancen zu korrigieren bevor eine Einschränkung entsteht, im Sinne der Prävention von Verletzungen und Spätfolgen. Andererseits ist es dadurch möglich einen Rehabilitationsprozess nach funktionellen Parametern zu steuern und dadurch effektiver in die jeweils nächste Phase der Rehabilitation überzugehen. Es wird der IST-Zustand auf der Funktions- und Aktivitätsebene ermittelt und mit gezielten Übungen interveniert. Der anschließende Re-Test gibt Auskunft über den aktuellen Funktionszustand des Patienten/der Patientin und daraus resultierend in einem permanenten Prozess die Trainingsinhalte an das PatientInnenziel angepasst. Ist eine Funktion erreicht, die für den Patienten/die Patientin notwendig ist, um den Alltag bzw. Sport nachgehen zu können, geht man in die nächste Phase über. Das heißt, die Funktion bestimmt den Zeitpunkt der Progression und nicht ein allgemeines, zeitlich determiniertes Nachbehandlungsschema.

Die Ausbildung zum OS COACH gliedert sich in sechs einzelne Module sowie einer Abschlussprüfung nach erfolgreicher Teilnahme an allen Modulen. Die Module können einzeln aufeinander aufbauend abgelegt werden oder in kompakter Form.  Das Kompaktseminar bietet die Möglichkeit die Ausbildung in sieben Tagen zu absolvieren.

 

 

 

Faszien

Oktober 2019

von Matthias Zabel, BSc.,

Physiotherapeut

seit 2018 bei der Therapiegemeinschaft MobilePhysiotherapie.wien

 

 

Faszientherapie nach dem Fasziendistorsionsmodell (FDM) nach Typaldos

 

Faszien sind ein Teil des menschlichen Bindegewebes – sie sind Ort der Schmerzentstehung, haben eine zentrale Rolle bei der Propriozeption  (Körperwahrnehmung), und tragen auch zum reibungslosen Ablauf mechanischer Vorgänge (Zusammenhalt und Kraftübertragung) bei.

 

Gemäß der medizinischen Sichtweise des FDM können durch Traumata oder über längere Zeit bestehende Fehlhaltungen Verformungen der Faszien, sogenannte Distorsionen, entstehen. Hieraus  können Schmerzen und/oder Funktionsstörungen resultieren.

 

Die Faszientherapie nach Stephen Typaldos ist ein manuelles Konzept um diese Distorsionen zu korrigieren.

Typaldos teilte die Verformungen in 6 Subtypen ein – das Auftreten einer oder mehrerer dieser wird anhand der Ausdrucksweise (Art und Weise wie die Problemstellung beschrieben wird bzw. sich im Alltag der PatientInnen manifestiert) und der sog. „Schmerzgestik“ (distorsionsspezifische Verhaltensweisen) festgestellt.

 

Nach einer ausführlichen Schilderung der Problematik im Rahmen des Anamnesegesprächs sowie einer funktionellen Untersuchung werden die Verformungen mittels manuellem Druck korrigiert. Dieser Druck ist teilweise intensiv spürbar, es sei jedoch erwähnt dass alle Handgriffe im Rahmen des FDM sicher sind – wenn auch teilweise während der Behandlung unangenehm.

Sobald im Laufe der Therapie die faszialen Verformungen korrigiert wurden, stellt sich eine verbesserte Beweglichkeit, verringerte Schmerzintensität und hierdurch eine Verbesserung der Funktion ein – sowohl bei chronischen, als auch bei akuten Beschwerden.

 

Das Fasziendistorsionsmodell nach Typaldos lässt sich, aufgeteilt auf mehrere Module, im Rahmen eines Seminars für TherapeutInnen und ÄrztInnen erlernen. Diese Kurse werden in Österreich, gemäß den Richtlinien der EFDMA (European Fascial Distortion Model Association) die 2006 in Wien gegründet wurde, abgehalten.

 

 

 

Wandertag

September 2019

Unser diesjähriger Teamausflug führte uns ins wunderschöne Salzkammergut, um gemeinsam ein verlängertes Wochenende in den Bergen zu verbringen. 

Wir starteten unsere Wanderung am Gosausee, um in Folge den am Rande des Dachsteingebirges gelegenen Gosaukamm zu erkunden.

Nicht nur den kleinen, sondern auch den - auf 2054m gelegenen - grossen Donnerkogel konnten wir bei herrlichem Wetter erfolgreich bezwingen!

Nach zwei absolut tollen Tagen am Berg, unzähligen Höhenmetern und zwei Hüttenübernachtungen gönnten wir uns ein kleines Erfrischungsgetränk und genossen, nach erfolgreichem Abstieg, das doch recht kühle (weil von den Gletschern des Dachsteins stammende) Nass des Gosausees.

 

                     

 

 

 

Schöner Sommer!

August 2019

 

 

 

Bauchentscheidung(en)

Juli 2019

von Matthias Zabel, BSc.,

Physiotherapeut

seit 2018 bei der Therapiegemeinschaft MobilePhysiotherapie.wien

 

 

Untersuchung der Qualität fünf verschiedener Möglichkeiten zur Bauchmuskeltestung im physiotherapeutischen Alltag

 

Neben meiner täglichen physiotherapeutischen Arbeit in der mein Schwerpunkt die Wiedererlangung der Alltagsautonomie und größtmöglicher Beschwerdefreiheit nach längerer Immobilität ist, gilt mein Interesse auch dem Sport bzw. insbesondere dem Kraftsport. Was für diesen (wie für fast jeden Sport) absolut unumgänglich ist, hat jedoch auch für sämtliche körperlichen Aktivitäten abseits des Sports eine nicht zu unterschätzende Relevanz: ein ausreichender Kraftgrad der „Körpermitte“, des Rumpfes. Der Erhebung der Stärke dieser, oder genauer gesagt der „Testung der verschiedenen Testungen“ habe ich auch meine Bachelorarbeit gewidmet, die im Folgenden kurz zusammengefasst ist:

 

Die Fähigkeit den Rumpf als „Kern des Körpers“ adäquat zu stabilisieren ist für einen reibungslos funktionierenden Bewegungsapparat essentiell. Auch muss eine hinreichende Bauch- und somit Rumpfstabilität und Kraft gegeben sein, um die Wirbelsäule in Statik und Dynamik zu stabilisieren, die Bauchpresse zu ermöglichen und die Atmung zu unterstützen Diese Aufgabe wird von den muskulären  Strukturen im Bereich der Wirbelsäule, zum weitaus größeren Teil aber von der Bauchmuskulatur erfüllt.

 

Um die Muskelkraft des Bauches zu testen gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die jedoch trotz teilweise großer Verbreitung vielfach noch keiner wissenschaftlichen Überprüfung hinsichtlich ihrer Zuverlässigkeit und Genauigkeit unterzogen wurden. Einige Testungen sind wiederum gut untersucht, können aber ohne teure und schwere apparative Diagnostik nicht durchgeführt werden.

 

In meiner Bachelorarbeit wurde der aktuelle Stand der Wissenschaft bezüglich Reliabilität (Reproduzierbarkeit, Zuverlässigkeit) und Validität (Gültigkeit, wie gut ein Instrument das misst was es messen soll) von fünf verbreiteten Möglichkeiten zur Bauchmuskeltestung untersucht.

 

Drei der fünf untersuchten Testungen können nach aktuellem Wissensstand zur Untersuchung im Rahmen des physiotherapeutischen Prozesses empfohlen werden, am Praktikabelsten von diesen erschien dem Autor der „Trunk Flexor Test“.

 

Hierbei begibt sich der/die Patientin am Boden oder auf einer Behandlungsliege in eine „Sit-Up Position“, wobei der gerade Oberkörper (bei 60° Beugung im Hüftgelenk) auf einem Polster abgelegt wird, Füße abgestellt bei rechtwinkelig gebeugten Knien. Nach der Entfernung des Polsters muss diese Position gehalten werden, ohne dass der/die ProbandIn den Oberkörper krümmen muss (z.B.: durch ein „Hohlkreuz“). Durchschnittlich werden 144 Sekunden Haltezeit für Männer und 149 Sekunden für Frauen genannt. Die Testung kann zur Erstuntersuchung und zur Verlaufskontrolle verwendet werden.

 

 

 

Differentialdiagnostik und Bildgebende Verfahren

Juni 2019

von Marlon Boess, BSc.,

Physiotherapeut

Osteopath i.A.

seit 2017 bei der Therapiegemeinschaft MobilePhysiotherapie.wien

 

 

 

Im Zuge einer medizinischen Abklärung von Beschwerden oder auch bei Vorsorgeuntersuchungen spielen verschiedenste bildgebende Verfahren eine wichtige Rolle. Die häufigsten davon sind die Magnetresonanztherapie, die Computertomographie sowie das Röntgen.

 

Wir alle kennen diese Untersuchungstechniken. Doch wissen wir wirklich über die Unterschiede Bescheid? Was ist der Unterschied zwischen einer CT und einer MRT? Eignet sich ein Röntgen zur Feststellung eines Muskelfasereinrisses? Welches Verfahren eignet sich bei komplizierten Brüchen, z.B. im Bereich der Wirbelsäule?

 

Marlon Boess gibt einen kurzen Überblick über die häufigsten bildgebenden Verfahren, ihre Unterschiede und die bevorzugten Anwendungsgebiete:

 

Das Röntgen

Beim Röntgen wird der Körper mithilfe eines Röntgenstrahlers durchstrahlt. Durch die unterschiedlich dichten Gewebe des Körpers werden die Röntgenstrahlen unterschiedlich stark absorbiert, sodass eine Abbildung des Körperinneren erreicht wird (Verschattung, Aufhellung und weitere Röntgenzeichen).

Auf den entstandenen Röntgenbildern können die knöchernen Anteile direkt und die Bindegewebsanteile indirekt beurteilt werden.

Generell wird beim Lesen der Bilder auf die regelrechte Artikulation der artikulierenden Gelenkflächen geachtet, auf die Gelenkspaltweite, um eventuelle Verschleißerscheinungen zu erkennen, auf den Mineralgehalt und die Knochenstruktur (eventueller Hinweis auf Osteoporose), auf die Kontinuität der Knochen (eventueller Hinweis auf eine Fraktur), sowie auf diverse Verkalkungen und Weichteilstrukturen.

Die Untersuchung eignet sich gut um Knochen und Lunge darzustellen.

 

Die Computertomographie (CT)

Bei dieser Untersuchung werden in einer Röntgenröhre mithilfe von Röntgenstrahlen axiale Schichtaufnahmen des Körpers erstellt.

Durch die entstandenen Bilder erhält man, im Gegensatz zum Röntgen, eine dreidimensionale Darstellung der Organe. Dadurch ist eine bessere Beurteilung der Knochenstrukturen möglich.

Dieses Verfahren wird unter anderem zur Darstellung von Blutungen im Schädelbereich, bei komplizierten Brüchen im Bereich der Wirbelsäule oder zur Krebsdiagnostik angewendet.

 

Die Magnetresonanztomographie (MRT)

Bei dieser Untersuchungsmethode wird, im Gegensatz zum Röntgen und  zur CT, mit einem starken Magnetfeld gearbeitet. Der Körper wird keinen Röntgenstrahlen ausgesetzt. Der Patient liegt, ähnlich wie bei der CT, in einer Röhre und es werden schichtweise zahlreiche Bilder vom Körperinneren aufgenommen.

In der MRT lassen sich generell das Gehirn und innere Organe besonders kontrastreich und differenziert abbilden.

Neben der Darstellung des zentralen Nervensystems (Rückenmark und Gehirn) und der inneren Organe, wird die MRT auch zur Begutachtung von Blutgefäßen, Muskeln, Sehnen, Bändern, Knorpelstrukturen und Brustdrüsen angewendet.

 

Modul der Differentialdiagnostik an der IAO

Im Zuge meines Studiums an der International Acadamy of Osteopathie habe ich das äusserst interessante 2. Modul der Differentialdiagnostik (DD) absolviert.

Hierbei geht es in erster Linie darum, verschiedenste Beschwerdebilder bei ähnlicher Symptomatik zu deuten und gegebenenfalls eine weitere ärztliche Abklärung zu veranlassen.

An der IAO werden in diesem Modul vor allem Themenbereiche wie Kopfschmerz, Cervicaler Schmerz, Thorax Schmerz sowie Beckenschmerz intensiv behandelt.

Zudem wird ein Grundverständnis der verschiedensten bildgebenden Verfahren vermittelt und anhand zahlreicher Praxisbeispiele das Lesen und Deuten diverser Röntgen-,CT-, und MRT-Bilder verbessert.

 

Die Differentialdiagnostik bildet einen wichtigen Bestandteil in der physiotherapeutischen Untersuchung. Einerseits, um einen besseren Aufschluss der Beschwerdesymptomatik des Patienten zu erhalten, und andererseits, um Beschwerden bzw. Krankheiten zu erkennen, welche eine weitere ärztliche Abklärung benötigen.

 

Umso wichtiger ist es für uns Physioherapeuten, uns im Bereich der Differentialdiagnostik weiterzubilden!

 

 

 

Der Storch

Mai 2019

 

In den Osterfeiertagen 2019 war nicht nur der Osterhase äusserst aktiv.

Auch der Klapperstorch, der - wie bereits seit dem 17. Jahrhundert auch schriftlich belegt - vermutlich die Kinder bringt, zog wieder ins Lande.

 

Wir wünschen unserem Teammitglied David Fellner Alles Alles Gute zur Geburt seiner Tochter!!!

 

Das Team der
Therapiegemeinschaft
MobilePhysiotherapie.wien

 

Info: David Fellner ist bis Anfang Juni 2019 im Papamonat.

 

 

 

Domiziltherapie

April 2019

 

Mobile Physiotherapie gibt es natürlich nicht nur in Österreich, sondern in vielen Ländern, wie zum Beispiel auch in der schönen Schweiz. Dort werden physiotherapeutische Hausbesuche auch ‚Domiziltherapie‘ genannt.

 

Wir freuen uns sehr, dass Physioswiss, der Schweizer Physiotherapie Verband, auf unsere Arbeit hier in Wien aufmerksam geworden ist und wir in der aktuellen Ausgabe (1/2019) von ‚Physiomagazin‘, dem Schweizer Patientenmagazin für Physiotherapie, erscheinen!

 

 

 

Manuelle Therapie nach dem Maitland Konzept

März 2019

von Christoph Fleck, BSc.,

Physiotherapeut

seit 2017 bei der Therapiegemeinschaft MobilePhysiotherapie.wien

 

 

 

Einer meiner Schwerpunkte, auf die ich mich seit dem erfolgreichen Abschluss meiner Ausbildung zum Physiotherapeuten besonders fokussiere, ist die Manuelle Therapie. Derzeit befinde ich mich in der intensiven und mehrjährigen Spezialausbildung zum Manualtherapeuten nach dem Maitland Konzept.

 

 

Manuelle Therapie/allgemein

Die Manuelle Therapie ist eine in der Physiotherapie meist „passive“ Behandlungstechnik, die bei Bewegungsstörungen an der Wirbelsäule sowie der Gelenke zum Einsatz kommt. Durch verschiedenste Mobilisationstechniken auf Gelenksebene kommt es zu einer Verbesserung der Durchblutung sowie der Beweglichkeit.

 

Dies führt meist zu einer Schmerzlinderung und ermöglicht es dem Patienten, den Alltag mit mehr Eigenständigkeit zu bewältigen.

 

Das Maitland Konzept
Das Maitland Konzept ist eine spezielle Form der Manuellen Therapie und befasst sich mit dem Untersuchen und gezielten Behandeln von Funktionsstörungen am Bewegungsapparat.

Es zeichnet sich durch eine spezifische Art des Denkens und Handelns bei der Befunderhebung in der Physiotherapie aus. Eine ausführliche Evaluierung der Ursachen Ihrer Beschwerden ist dabei essentiell wichtig.

 

Jede Untersuchung ist dadurch individuell angepasst. Die therapeutischen Maßnahmen werden kontinuierlich adaptiert, um einen maximalen Therapieerfolg zu erzielen.

 

Der Einsatz von manueller Therapie kann bei vielen Beschwerdebildern zielführend sein, die häufigsten davon sind:

 

  • Unspezifische Knie- oder Hüftschmerzen
  • nach traumatischen Verletzungen
  • Arthrose
  • Steifigkeitsgefühl im Nacken
  • Rücken- und Bandscheiben Beschwerden
  • Nervenirritationen

 

In meinen Therapieeinheiten versuche ich die Denkweise des Maitland Konzeptes mit einfließen zu lassen, um die Beschwerden meiner PatientInnen bestmöglich zu behandeln und ihnen dadurch den Alltag zu erleichtern.

 

 

 

Physiotherapeutische Betreuung der Weltklasseathleten von ‚Holiday on Ice‘!

Februar 2019

 

‚Holiday on Ice‘ ist mit über 330 Millionen Zusehern die erfolgreichste Eisshow aller Zeiten.

Seit ihrer Uraufführung 1943 im amerikanischen Toledo tourt sie jedes Jahr rund um die Welt. Regelmässig waren international berühmte Eiskunstläufer, wie zum Beispiel Tanja Szewczenko oder Katarina Witt, Teil des Showcasts von Holiday on Ice.

 

Im Jänner 2019 gastierte Holiday on Ice mit Ihrer Erfolgsshow Atlantis in Wien.

 

Mobiler-Physio Christoph Fleck war in der Wiener Stadthalle vor Ort und für die physiotherapeutische Betreuung der Eiskunstläufer zuständig!

 

Für die professionelle Zusammenarbeit möchten wir uns, auch an dieser Stelle, nochmals herzlichst bei den Tourmanagern bedanken!

 

Therapiegemeinschaft

Mobile-Physiotherapie.wien

 

 

 

Guter Start in das neue Jahr 2019!

Jänner 2019

 

 

 

Neurorehabilitation bei Morbus Parkinson

Dezember 2018

von Daniela Kurdik, BSc.,

Physiotherapeutin

seit 2017 bei der Therapiegemeinschaft

MobilePhysiotherapie.wien

 

Morbus Parkinson gehört zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen in Österreich. Die Prävalenz (Kennzahl für die Erkrankungshäufigkeit einer bestimmten Bevölkerungsgruppe zu einem bestimmten Zeitpunkt) liegt bei 65-74-Jährigen bei 10%, bei über 85-Jährigen sogar bei 40%. Bedingt durch die zunehmende Überalterung der Bevölkerung wird die Zahl der Parkinsonerkrankten in den nächsten Jahren deutlich zunehmen.

Da ich als Physiotherapeutin häufig mit der Diagnose Morbus Parkinson konfrontiert bin, setze ich mich regelmäßig, vor allem im Zuge von verschiedensten fachspezifischen Fortbildungen, mit dieser Erkrankung auseinander.

 

Wie entsteht Morbus Parkinson?

Die Ursachen der Erkrankung konnten bis heute nicht vollständig geklärt werden. Im Zentrum steht die sogenannte Substantia nigra, eine Struktur im Gehirn, welche für die Produktion von Dopamin verantwortlich ist. Es kommt zum Absterben von Nervenzellen in dieser Region, was einen Mangel an Dopamin zur Folge hat. Dies führt u.a. zu den allgemein bekannten Symptomen:

  • Bradykinese/Akinese/Hypokinese: Leitsymptom für Morbus Parkinson, beschreibt das Fehlen oder die Verminderung von Bewegung, Bewegungsinitiierung und Bewegungsamplitude. Viele Patienten leiden unter dem sogenannten „Freezing“, wobei es sich um das ungewollte Verharren in einer Position oder in der Bewegung handelt.
  • Rigor: bezeichnet einen erhöhten Spannungszustand der Muskulatur über den gesamten Bewegungsumfang
  • Ruhetremor: wird als rhythmisches „Zittern“ wahrgenommen
  • Posturale Instabilität

 

Wie kann Morbus Parkinson behandelt werden?

Bei Morbus Parkinson ist ein ganzheitlicher Therapieansatz in Form von interdisziplinärer Zusammenarbeit sehr wichtig. Im Zentrum steht dabei die medikamentöse Behandlung der Symptome, welche vor allem durch Physiotherapie, sowie auch durch Ergotherapie und Logopädie, ergänzt wird. Die Einstellung der Medikamente stellt die Basis für den Therapieerfolg dar und sollte immer von Spezialisten durchgeführt werden.

 

Welche Rolle spielt die Physiotherapie?

Zu Beginn der physiotherapeutischen Behandlung steht ein umfassender Befund, um motorische Defizite zu erkennen und gezielt zu behandeln. Wichtige Inhalte der Therapie bei Morbus Parkinson sind u.a.:

  • Vermeidung von Inaktivität
  • Gangschulung zur Verbesserung der Gangsicherheit und Ökonomisierung des Gangbildes
  • Kraft- und Ausdauertraining zum Erhalt und zur Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit
  • Arbeiten mit visuellen, akustischen oder taktilen „Cues“ (=Reize) zur Überwindung des Freezings
  • Gleichgewichtstraining
  • Üben von großen Bewegungen zur Verbesserung der Bewegungsamplitude
  • Üben von Alltagsaktivitäten (z.B. Stiegen steigen)
  • Üben von Transfers
  • Prophylaxen (Pneumonie, Dekubitus, Kontrakturen)
  • Hilfsmittelversorgung

 

Fazit: Für die meisten Probleme und Symptome, mit denen Parkinson PatientInnen konfrontiert sind, stellt die Physiotherapie ein wichtiges Werkzeug dar, um die Selbstständigkeit im Alltag und die Lebensqualität zu verbessern.

 

 

 

Zusammenhänge der Hüftgelenksbeweglichkeit und der funktionellen Beeinträchtigung im Alltag bei PatientInnen nach einer Hüft-TEP-Implantierung.

November 2018

von David Fellner, BSc.,

Physiotherapeut

seit 2018 bei der Therapiegemeinschaft

MobilePhysiotherapie.wien

 

Im Zuge meiner Abschlussarbeit auf der FH Campus Wien habe ich mich, in Kooperation mit dem Herz-Jesu Krankenhaus in Wien, mit den Zusammenhängen der Hüftgelenksbeweglichkeit und deren Einfluss auf die funktionellen Einschränkungen im Alltag, bei PatientInnen nach einer Hüft-TEP-Implantation, beschäftigt.

 

Die gelenksersetzende Operation der Hüfte ist die meist durchgeführte Operation des Skelettsystems. Trotz der Vielzahl an Operationen, jährlich etwa 18.000, und dem hohen Stellenwert aufgrund der steigenden Zahlen älterer Menschen ist die Effektivität und die Entwicklung von Nachbehandlungskonzepten ein wenig erforschter Bereich. Zur Evaluierung des Behandlungserfolgs und des Therapieverlaufs bei PatientInnen nach einer Hüft-TEP-Implantierung werden unterschiedliche Messmethoden sowie Assessments verwendet. Um den Zusammenhang zwischen der Gelenksbeweglichkeit und der funktionellen Einschränkung zu untersuchen, wurden im Rahmen meiner Studie die Hüftgelenksbeweglichkeit (Range of Motion) und die funktionelle Einschränkung im Alltag, gemessen mittels WOMAC-Fragebogen, verwendet.

 

Insgesamt wurden 580 Daten von PatientInnen, die erstmals eine Hüft-TEP bekamen, erhoben und analysiert. Alle PatientInnen waren Teil des intensivierten Rehabilitationsprogramms des Herz-Jesu Krankenhauses.

 

Schlussfolgernd kann festgehalten werden:

  • Eine größere ROM in Flexion steht im Zusammenhang mit der funktionellen Beeinträchtigung bei PatientInnen nach einer Hüft-TEP-Implantation.
  • Der Unterschied der ROM in Flexion ist klinisch bedeutsam.
  • Die Erhebung des Zusammenhangs alleine lässt keine nachhaltige Prognose über die zu erwartenden funktionellen Einschränkungen zu.

 

Therapeutisch heißt das für uns, dass die Hüftgelenksbeweglichkeit alleine keine ausreichende Information über den Verlauf und die Prognose hinsichtlich der Einschränkung liefert.

Es müssen daher noch weitere beeinflussende Faktoren wie Kraft und Schmerz hinzugezogen werden, um die Prognose zu erleichtern und die Therapie dementsprechend individuell an die jeweilige Situation der PatientInnen anpassen zu können.

Beweglichkeitsfördernde Maßnahmen bilden zusammen mit der Schmerzreduktion sowie dem Aufbau von Kraft einen wichtigen Baustein der Gesamttherapie bei PatientInnen nach einer Hüft-TEP-Implantierung.

 

 

 

Physiotherapie/Neurorehabilitation bei MS (Multiple Sklerose)

Oktober 2018

von Daniela Kurdik, BSc.,

Physiotherapeutin

seit 2017 bei der Therapiegemeinschaft

MobilePhysiotherapie.wien

 

Ursache und Pathophysiologie

Die Multiple Sklerose, auch MS genannt, gehört zu den Autoimmunerkrankungen. Das Immunsystem greift die sogenannten Myelinscheiden, welche die Nervenzellen isolieren, an und schädigt sie in einem chronisch entzündlichen Prozess. Durch die Schädigung der Myelinschicht wird die Weiterleitung der Nervenimpulse verlangsamt oder unterbrochen, was u.a. zu folgenden (Haupt)Symptomen führt:

  • Paresen oder Lähmungen
  • Spastik
  • Ataxie

Da das gesamte zentrale Nervensystem betroffen sein kann, können neben diesen drei Hauptsymptomen auch verschiedenste andere Symptome auftreten. Aus diesem Grund gibt es kein einheitliches Krankheitsbild.

 

Wichtige Begriffe in Zusammenhang mit MS

Fatigue: Dabei handelt es sich um einen Zustand der Ermüdung, körperlich und/oder auch geistig. Sie geht mit einem gesteigerten Ruhebedürfnis einher.

Uhthoff Phänomen: Bezeichnet die Verschlechterung der Symptome bei erhöhter Körpertemperatur, erhöhter Außentemperatur, körperlicher Betätigung, durch heißes Essen oder ein warmes Bad. Es hat keine Auswirkungen auf den Verlauf der Erkrankung, die Symptome verschwinden, sobald die Temperatur wieder normal ist.

 

Die wichtigsten Ziele in der Physiotherapie

  • Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit
  • Verbesserung der Mobilität, z.B. Erhalten der Gehfähigkeit, Selbstständigkeit im Rollstuhl und Selbstständigkeit bei den Transfers
  • Erlangen von mehr Selbstständigkeit im Alltag
  • Anpassung von geeigneten Hilfsmitteln, Erarbeiten von Kompensationsstrategien

Die Ziele des Patienten stehen dabei immer im Vordergrund, sie sollten jedoch realistisch und erreichbar sein.

 

Wie können diese Ziele erreicht werden?

Im Rahmen der Physiotherapie ist es von großer Bedeutung, funktionelle und vor allem alltagsrelevante Maßnahmen zu wählen, welche auf die individuellen Ziele der PatientInnen abgestimmt sind. Körperliches Training trägt zur Verbesserung von Kraft, Gleichgewicht und Alltagsfunktionen bei. Gehen und Stehen in Form eines Ausdauertrainings haben einen positiven Effekt auf die Fatigue und steigern die allgemeine Leistungsfähigkeit. Körperliches Training sollte auch bei MS-PatientInnen so dosiert werden, dass die körperliche Leistungsgrenze erreicht wird, das Auslösen eines Schubes stellt hier kein Risiko dar. Ergänzend zur Physiotherapie ist auch die Ausübung einer Sportart, die den PatientInnen Spaß macht, zu empfehlen.

 

 

 

Medizinische Trainingstherapie in der Neurologie

September 2018

von Daniela Kurdik, BSc.,

Physiotherapeutin

seit 2017 bei der Therapiegemeinschaft

MobilePhysiotherapie.wien

 

Medizinische Trainingstherapie in der Neurologie

Als freiberufliche mobile Physiotherapeutin behandle ich PatientInnen mit unterschiedlichsten Problemen und Krankheitsbildern. Ein Bereich, dem ich derzeit besondere Aufmerksamkeit widme, ist die Neurologie.

Eine vor kurzem von mir besuchte Fortbildung widmete sich dem Thema der medizinischen Trainingstherapie in der Neurologie. Vieles drehte sich um allgemeine, jedoch äußerst wichtige Fragestellungen, wie zum Beispiel…

  • Wie kann ich Kraft, Gleichgewicht und Ausdauer von Patienten mit neurologischen Krankheitsbildern optimal verbessern?
  • Können neurologische PatientInnen genauso körperliches Training absolvieren wie orthopädische Patienten oder Gesunde?
  • Wie erreiche ich, dass meine PatientInnen wieder mehr Selbstständigkeit im Alltag erlangen?
  • etc.

 

Nun…

Körperliches Training spielt nicht nur nach Verletzungen, bei orthopädischen Erkrankungen oder nach chirurgischen Eingriffen eine wichtige Rolle, sondern kann auch bei neurologischen Erkrankungen gezielt eingesetzt werden. Insbesondere um funktionelle Fähigkeiten im Alltag und die körperliche Fitness zu verbessern. Im therapeutischen Alltag beobachten wir häufig, dass Inaktivität zu Verlust von Kraft und Ausdauer führt. Dem gilt es, durch regelmäßige Aktivität und frühestmögliche Mobilisation - beispielsweise nach einem Schlaganfall - entgegenzuwirken, um in weiterer Folge die Lebensqualität maßgeblich zu verbessern.

Das Training in der Neurologie umfasst die motorischen Grundfähigkeiten Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit, Koordination, Gleichgewicht und Beweglichkeit. Bevor mit dem Training begonnen werden kann, erfolgt eine genaue Befunderhebung. Anschließend werden mit den PatientInnen gemeinsam Ziele definiert und an einer möglichst alltagsnahen Umsetzung gearbeitet.

Zahlreiche Studien belegen mittlerweile, dass die Hauptsymptome von neurologischen Erkrankungen (Lähmungen, Spastiken, Bewegungsarmut u.a.) positiv durch körperliches Training beeinflusst werden können. Krafttraining vermindert Kraftdefizite, die durch Lähmungen, auch Paresen genannt, entstehen und verbessert in Verbindung mit einem angepassten Ausdauertraining das Gehen und gibt PatientInnen die Möglichkeit, wieder aktiv(er) am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben.

 

Fazit:

Neurologische PatientInnen können durch gezieltes Training ihre körperliche Leistungsfähigkeit verbessern und mehr Selbstständigkeit im Alltag erlangen. Eine große Rolle spielt ein umfassender Befund und eine aufgabenorientierte Umsetzung im Alltag.

Je früher mit dem Training begonnen wird, desto besser. Und bei Bewegung gilt: Mehr ist mehr!

 

 

 

Die Auswirkungen von Krafttraining auf die Problemfaktoren Knochendichte, Ausübung der ADL’s und Sturzgefährdung bei Personen im Alter von über 65 Jahre

August 2018

von David Perr

seit 2007 mobiler Physiotherapeut in Wien

Gründer der Therapiegemeinschaft MobilePhysiotherapie.wien

 

 

 

Bereits während meiner Ausbildung zum Physiotherapeuten in den Jahren 2002-2005 stellte ich mir die Frage, wie und in welchem Setting Krafttraining bei älteren Menschen konzipiert sein muss, um positive Auswirkungen auf die am häufigsten auftretenden Problemfaktoren, die Sturzneigung, die ‚bone-mineral-density‘ sowie die Ausführung der ATL’s erreichen zu können.

 

Im Zuge meiner Abschlussarbeit verglich ich verschiedenste, internationale Publikationen, welche wissenschaftlich erwiesene Auswirkungen von Krafttraining auf Personen im Alter von über 65 Jahren erforschten. Durch die Evaluierung der Gemeinsamkeiten in Bezug auf die Trainingsprinzipien und die angewandten Übungen, sowie durch die Erweiterung und Ergänzung durch allgemeine Prinzipien der Trainingslehre, konnte ich ein wissenschaftlich fundiertes Konzept in diesem Themenbereich entwickeln.

 

Das entstandene Konzept stellt einerseits eine allgemein gültige Trainingsempfehlung in diesem Spezialgebiet dar. Vor allem jedoch dient es mir nun bereits seit beinahe 12 Jahren als Gerüst und Grundlage für die Gestaltung eines individuell angepassten, primär-präventiv wirksamen Krafttrainingsprogrammes für ältere Personen.

 

 

 

Was ist Osteopathie?
Mein Osteopathiestudium an der "International Academy of Osteopathy"

Juli 2018

von Marlon Boess, BSc.,

Physiotherapeut

seit 2017 bei der Therapiegemeinschaft MobilePhysiotherapie.wien

 

 

 

Mein Osteopathiestudium an der ‚International Academy of Osteopathy‘

Im Rahmen meines Osteopathie-Studiums an der ‚IAO‘, welches ich nach meiner erfolgreichen Ausbildung zum Physiotherapeuten begann, habe ich nun die praktische Prüfung des ersten Ausbildungsabschnittes in Innsbruck erfolgreich absolviert. Untersuchungs-, sowie Behandlungsmethoden im Bereich der Lendenwirbelsäule, des Illiosakralgelenks und der Beckenorgane wurden hierbei thematisiert.

 

Was ist Osteopathie?

Osteopathie ist ein manuelles Untersuchungs- und Behandlungsverfahren für Bewegungsapparat, Organe und Gewebe im Körper. Der Osteopath untersucht und behandelt die Bewegungsmöglichkeit all dieser Systeme manuell und sucht nach Bewegungseinschränkungen, die mit den Beschwerden des Patienten zusammenhängen können.

Osteopathen greifen auf umfassendes praktisches Wissen im Bereich Anatomie, Physiologie, Neurologie und Pathologie zurück.

So kann zum Beispiel eine eingeschränkte Beweglichkeit im Iliosakralgelenk die Ursache für tiefsitzende Rückenschmerzen sein.

 

Der Osteopath verschafft sich einen Überblick über alle Blockaden und Bewegungseinschränkungen im Körper, die mit den Beschwerden zusammenhängen. Die Ursachen der Beschwerden werden vom Osteopathen gesucht und durch Mobilisation, Manipulationen und Muskeltechniken behandelt.

 

 

Im Rahmen meiner physiotherapeutischen Hausbesuche lasse ich die osteopathische Denkweise in meine Therapie miteinfließen, um die Beschwerden meiner PatientInnen bestmöglich zu behandeln.

 

 

 

Hüft- und Knieendoprothetik
IAOM Fortbildung in Linz

Juni 2018

von Christoph Fleck, BSc.,

Physiotherapeut

seit 2017 bei der Therapiegemeinschaft MobilePhysiotherapie.wien

 

 

 

Die Implantation von Hüft- beziehungsweise Knieendoprothesen zählt, vor allem bei  Patienten in einem Alter von über 65 Jahren, zu den am häufigsten durchgeführten Operationen.

Die physiotherapeutische Nachbehandlung nach operativen Eingriffen an Hüfte und Knie ist ein äußerst wichtiger Bestandteil einer erfolgreichen Behandlung und gehört zu den Kernkompetenzen der Physiotherapie.

Gerade deshalb ist es für uns Physiotherapeuten wichtig, regelmäßig Fortbildungen in diesem wichtigen Fachbereich zu besuchen und uns somit ‚am Laufenden‘ zu halten.

Meine letzte Fortbildung führte mich in die schöne Landeshauptstadt von Oberösterreich, nach Linz, wo ich an einem IAOM Workshop für Hüft- und Knieendoprothetik teilnahm. Nicht nur die verschiedensten Arten von Prothesen und die häufigsten Indikationen für eine Operation waren Inhalt dieser Fortbildung, sondern vor allem die Gestaltungsmöglichkeiten einer qualitativ hochwertigen physiotherapeutischen Nachbehandlung.

Für den interessierten Laien möchte ich nachfolgend einen kurzen Überblick über Knie- und Hüftendoprothetik bieten:

 

Was ist eine Endoprothese?

Dabei handelt es sich um dauerhafte Implantate im Körper, die ein beschädigtes Gelenk eines Menschen ersetzen. Diese werden bei vorliegender Indikation am häufigsten im Hüft-, sowie im Kniegelenk implantiert. Indikationen sind oftmals ein Trauma beziehungsweise eine Idiopathische- bzw. sekundäre Arthrose. Es gibt verschiedene Arten von Prothesen, die je nach Indikation zum Einsatz kommen.

 

Indikationen

Die Mehrheit der Patienten einer Endoprothese sind über 60 Jahre alt. Häufige Indikationen sind eine starke Abnutzung des Gelenkes/ Arthrose, sowie traumatische Ereignisse, wie zum Beispiel eine Schenkelhalsfraktur.

 

Komplikationen und Nachbehandlung

Vorkommende Komplikationen sind die Luxation sowie die Lockerung einer Endoprothese. Der Grund kann in einem Fehlverhalten des Patienten aber auch in einer mangelnden Implantation liegen. Komplikationen können vor allem präventiv durch Restriktionen für den Patienten verhindert werden.

 

Die Nachbehandlungen für eine Hüft- oder Knieendoprothese sind, je nach Vorgaben des Arztes sowie Art der Prothese unterschiedlich.

 

Fazit:

Ein einheitliches Schema in Bezug auf die physiotherapeutische Nachbehandlung gibt es zurzeit nicht. Die Nachbehandlungen richten sich vor allem nach den Wundheilungsphasen und den Restriktionen, welche vom jeweiligen Operateur definiert werden. Wichtig ist eine durch den Physiotherapeuten individuell auf den Patienten abgestimmte medizinische Trainingstherapie, bei welcher sowohl aktive als auch passive Bewegungsübungen zum Einsatz kommen.

 

 

 

Sturzprävention im Alter
Otago- ein Trainingsprogramm aus Neuseeland

Mai 2018

von Daniela Kurdik, BSc.,

Physiotherapeutin

seit 2017 bei der Therapiegemeinschaft

MobilePhysiotherapie.wien

Bachelorarbeit: ‚das Otago-Programm in Österreich‘; FH Campus Wien, 2016.

 

Sturzgefahr – Wer ist besonders betroffen?

Durch zunehmende Defizite in Kraft, Beweglichkeit, Gleichgewicht und Reaktionszeit im Alter sind Personen ab dem 65. Lebensjahr besonders sturzgefährdet. Stürze können jedoch schwerwiegende Folgen nach sich ziehen wie z.B. Beeinträchtigung oder Verlust der Mobilität bis hin zum Tod. Daher ist es von großer Bedeutung Möglichkeiten zu schaffen, Stürze zu verhindern und es älteren Personen zu ermöglichen, möglichst lange selbstständig in ihrem häuslichen Umfeld leben zu können.

 

Was ist das Otago-Programm?

Das Otago-Programm ist ein Übungsprogramm, welches in Neuseeland gezielt entwickelt wurde, um Stürzen im Alter vorzubeugen. Bereits im Jahr 1997 wurden an der „Otago Medical School“ unter der Leitung von Professor John Campbell erste Studien durchgeführt. Es beinhaltet aktive Übungen zur Kräftigung der Beinmuskulatur, Übungen zur Verbesserung des Gleichgewichts sowie ein Ausdauertraining.

Die Übungsauswahl und der Schwierigkeitsgrad werden individuell angepasst und im Trainingsverlauf gesteigert. Betreut werden die Übenden von einem geschulten Otago-Trainer oder einer Physiotherapeutin/ einem Physiotherapeuten. Die Einschulung erfolgt in Form von Hausbesuchen, das weitere Training wird von den älteren Personen meist selbstständig durchgeführt und dokumentiert. Zur Unterstützung werden sie regelmäßig telefonisch kontaktiert.

Beim Krafttraining werden fallweise Gewichtsmanschetten verwendet, ansonsten benötigt man für die Durchführung des Programmes keine Trainingsgeräte.

 

Und es wirkt:

Das Übungsprogramm wurde schon bei seiner Entwicklung in vier kontrollierten Studien und weiterführend an über eintausend ProbandInnen zwischen 65 und 97 Jahren getestet. Es zeigte sich, dass die Anzahl von Stürzen um 35% verringert werden konnte, besonders bei Personen ab 80 Jahren und Personen, die schon öfter gestürzt sind. Zudem verbesserten sich Kraft und Gleichgewicht und es vermittelte den Übenden neues Selbstvertrauen in der Bewältigung ihres Alltags.

 

Fazit:

Das Otago-Programm ist ein wirksames Werkzeug zur Vorbeugung von Stürzen im Alter und der Erhaltung der Selbstständigkeit und Lebensqualität.

 

Warum Otago?

Wir werden immer älter. Das ist grundsätzlich eine gute Nachricht, jedoch passiert dieses „älter werden“ selten ohne Begleiterscheinungen, mit denen wir PhysiotherapeutInnen und unsere PatientInnen tagtäglich zu kämpfen haben. Dazu gehört leider auch die steigende Sturzgefahr im Alter. Oft genügt eine kleine Unachtsamkeit oder ein ungünstig platzierter Teppich in der Wohnung, und nicht selten kann ein wochenlanger Krankenhaus- und Reha-Aufenthalt die Folge sein . Dass der Weg zurück in die Selbstständigkeit meist nicht einfach ist, habe ich leider auch in meinem privaten Umfeld bereits miterlebt.

Als es am Ende meines Studiums darum ging, sich für ein Thema für die Bachelorarbeit zu entscheiden, gab es einen Fachbereich, der mir sofort ins Auge sprang: „Sturzprävention in der Geriatrie mit dem Otago-Programm.“ So kam es, dass ich mich im Zuge meiner Abschlussarbeit an der FH Wien intensiv mit diesem Thema auseinandersetzte und erkannte, dass mit einfachen Maßnahmen viel erreicht werden kann.

Mittlerweile arbeite ich fast täglich im Rahmen meiner physiotherapeutischen Hausbesuche mit Elementen des Otago-Programmes und freue mich immer wieder zu sehen, dass meine PatientInnen auch langfristig davon profitieren und sicher ihren Alltag bewältigen können!

 

 

 

Praktikum bei Mobile-Physiotherapie.Wien

April 2018

Als führende Therapiegemeinschaft im Bereich der Mobilen Physiotherapie im Großraum Wien sind wir nicht nur erster Ansprechpartner für Patienten auf der Suche nach hochqualifizierten Physiotherapeuten.

Wir stehen auch in Kontakt mit Fachhochschulen für Physiotherapie, die sich für Ihre Studenten Praktikumsstellen mit kompetenten und ambitionierten Physiotherapeuten als Praktikumsanleiter wünschen.

Daher bieten wir, fallweise, hochmotivierten Studenten im letzten Ausbildungsjahr Ihres Studiums die Möglichkeit, bei uns Ihr Berufspraktikum zu absolvieren.

 

Im Frühjahr 2018 freuen wir uns auf:

 

Stephanie Kolm

Physiotherapeutin in Ausbildung/ FH St.Pölten

Praktikantin im April 2018 bei

MobilePhysiotherapie.wien

DGKS; Dipl.Fitness-und Gesundheitstrainerin, Rettungssanitäterin und ehem. Landesmeisterin im Rettungsstaffelschwimmen!

 

 

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Mobile Physiotherapie – Hausbesuche Physiotherapie in Wien. David Perr, diplomierter Physiotherapeut. Wahltherapeut aller Krankenkassen.